Marokkanische Mode

Flag_of_Morocco.svgHeute begeben wir uns in die Mode des märchenhaften Orients. Es geht um Marokkanische Mode.  Man findet heute noch sehr viel traditionelle Mode in Marokko, einem Land, das auf seine Bräuche und Wurzeln bedacht ist. Zwei zentrale Themen sind die weiten Gewänder wegen der enormen Hitze und die zumindest teilweise Verhüllung der Frau.

Das bekannteste traditionelle Gewand Marokkos ist der Kaftan. Definiert ist der Kaftan als ein weites Gewand aus Seide oder Wolle, das bei den Frauen bis zu den Knöcheln und bei den Männern übers Knie reicht und über der Hüfte gegürtet wird. Der Kaftan ist Alltagskleidung praktisch im kompletten arabischen Raum. Heute gibt es ihn in allen Farben. In der Variante für Frauen findet man häufig weite Trompetenärmel. In der Regel prunkvoller und offenherziger als der Kaftan ist die Takchita. Es ist das traditionelle Frauengewand der Berber. Hier findet man einige klassisch marokkanische Elemente in Vollendung, vor allem die Verwendung von Seide als Grundmaterial und die ausladenden Stickereien.

Takchitas gibt es in allen Farben des Regenbogens. Sie sind der Inbegriff von 1001 Nacht. Das Kleid wird in der Mitte durch einen breiten Gürtel gebunden und fließt dann in der Regel bis auf den Boden. Die Djellaba ist ein weites, wallendes  Gewand für Männer und Frauen mit  der charakteristischen weiten Kapuze. Männer tragen dieses Gewand in der Regel einfarbig, für Frauen gibt es die übergroßen Tuniken in allen Farben und Farbkombinationen. Die besonders wertvollen Exemplare werden mit Silber oder Gold bestickt.  Die traditionelle Kopfbedeckung für Männer ist der Tarbush, auch Fès (nach einer Stadt in Marokko) genannt. Er ist aus rotem Filz, wie ein Kegel geformt, oben platt und hat oft eine Quaste.

Marokkos Moderne Mode

Yves Saint Laurent hat einmal geäußert, dass Marokko ihn zur Farbe gebracht hat. Der Designer, der Schwarz in der Regel präferiert, ließ sich von der farbenfrohen Mode des Landes inspirieren. Auch Jonny Johansson von Acne holte sich 2012 für die gesamte Frühjahr-Sommer-Kollektion die Inspirationen klar erkennbar aus dem farbenfrohen Fundus von Marokkos Gewändern. Was aber machen die Designer, die in Marokko mit all dieser Pracht aufwuchsen?

Einer der erfolgversprechendsten, extrem angesagten marokkanischen Modedesigner ist Amine Bendriouich– mittlerweile lebt er in Berlin aber eben immer auch noch  in Casablanca. Sein Stil ist absolut unkonventionell (ebenso wie seine Erscheinung). Sein Label heißt A B C B. Das steht für: Amine Bendriouich Couture & Bullshit. Seine Mode ist tragbar und inspiriert. Alber Elbaz ist ein weltberühmter israelischer Modedesigner. Geboren aber wurde er in Marokko. Dort verbrachte er auch die ersten 10 Jahre seines Lebens, bevor die Familie nach Israel umzog. Interessanterweise arbeitete er eine Zeit lang für Yves Saint Laurent, den Mann, dem Marokko so viel gab. Sein Stil hat allerdings inzwischen eine sehr klare Handschrift, erinnert jedoch nicht im Entferntesten an die marokkanische Pracht. Marokko hat den Anspruch, sich in der Modewelt einen Namen zu machen. Ein Schritt zu diesem Ziel sind die Fashion Days Marrakech. Und hier fällt auf, dass die Designer die traditionellen Elemente sehr stark in die aktuelle Mode einfließen lassen. Man sieht sehr viel Kaftan, aber eben auch sehr viel Neues. Eine, die dies nahezu zu Vollendung gebracht hat, ist Fadilah Berrada. Bei ihr gibt es den Kaftan 2.0 und sie zeigt damit sehr schön, dass man seine Tradition beibehalten kann, auch wenn man Neues schafft. Es wird sich zeigen, wohin die Reise geht.