Modesünde: Durchscheinendes Unterhemd

UnterhemdAnders als seine immer stilsichere Frau Michelle, beging Barack Obama bei seiner letzten Rede vor der Siegessäule in Berlin einen groben Faux-Pas. Einen groben modischen Faux-Pas, um genau zu sein. An jenem heißen Sommertag, an dem er hinter seiner doppelten Sicherheitsscheibe schwitzend seine Rede hielt, entledigte sich das amerikanische Staatsoberhaupt ganz jovial seines schwarzen Jacketts und… ließ unter seinem blütenweißen Hemd ein weißes ärmelloses Unterhemd Marke Feinripp durchscheinen. Schön, dass nun die ganze Welt weiß, was der mächtigste Mann der Welt „drunter“ trägt. Wer es mit der Etikette nicht so genau nimmt, kann darüber bestimmt locker hinweg sehen. Doch für Modespezialisten ist durchscheinende Unterwäsche ein absolutes No-Go. Das gilt natürlich für Frauen und Männer gleichermaßen.

 So geht’s besser:

Doch was trägt man dann am besten unter einem weißen Hemd? Gar nichts? Nicht besonders empfehlenswert. Denn gerade im Sommer sollten edle Hemden nicht direkt auf der Haut getragen werden, unschöne Schweißflecken sind sonst die Folge.

Viel besser ist es da, in ein paar weiße T-Shirts mit V-Ausschnitt zu investieren. Sie sind unter weißen Hemden praktisch unsichtbar und darum perfekt für „drunter“ geeignet. Komisch eigentlich, dass der Präsident daran nicht gedacht hat. Original amerikanische Unterhemden sind nämlich genau so geschnitten: Mit kurzen Ärmeln, die die Schultern bedecken und einem V-Ausschnitt, der unter einem Hemdkragen verschwindet. Wer also beim Amerika-Urlaub zufällig in einen Wal-Mart stolpert, kann sich die praktischen Teile dort gleich im Fünfer-Pack holen.

Alternativ kann man auch auf hellgraue Unterhemden (oder, für Spezialisten: hautfarbene!) zurückgreifen. Sie wirken ebenfalls dezenter als weiße.

Achten Sie auf weiche und atmungsaktive Materialien wie Baumwolle. Von sogenannten Sport-Funktions-Materialien sollten Sie dagegen die Finger lassen. Diese sind so konzipiert, dass sie die Feuchtigkeit vom Körper weg leiten und geben sie nach außen weiter. Also direkt an ihr edles Oberhemd. Das könnte fatal enden. Das gute alte Baumwoll-Shirt macht also für untendrunter immer noch den besten Job. Damit steht dann einem stilsicheren Auftritt nichts mehr im Wege.