Russische Mode

RusslandBei russischer Mode denkt man an die reichbehängten reichen Touristen am Urlaubsbuffet, an üppige Zarenkleidung, an Gold, Pelze, Felle, Leder, kurz: an mehr ist mehr. Vielem davon liegt eine sinnvolle und logische Entwicklung zugrunde, der Rest ist Geschmackssache. Entscheidend ist vor allem eines: nichts prägt die Mode eines Landes so sehr, wie das Wetter und die natürlich vorkommenden Rohstoffe. In Russland gilt dies ganz besonders.

Das raue Klima in Großteilen des riesigen Reiches führt dazu, dass es jede Menge traditionelle dicke Kleidung gibt. Die wichtigsten Rohstoffe dabei sind Leder und Pelze. Die Pelzjacken, Pelzmäntel, Pelzmützen, Stiefel mit Pelz- Besatz und natürlich Pelz-Accessoires haben Einfluss auf die komplette Modewelt genommen. Je schlechter die Wirtschaftslage, desto angesagter ist der in der Regel ausgesprochen teure Pelz. In Russland gilt dies nicht, dort ist er immer angesagt.

Auch heute noch ist die Kleidung oft folkloristisch bestickt. Vor allem bei Hemden kann man dies beobachten. Die dominierenden Farben sind Rot und vor allem Gold in allen Varianten. Die Pelzmütze (Schapka) hilft durch manchen harten Winter. Dazu gehören natürlich auch hohe Lederstiefel. Die traditionellen Stile haben im Russland von heute immer noch einen enorm hohen Einfluss auf die aktuelle Mode. Samt und Satin, der an Anna Karenina denken lässt ist ebenso alltäglich wie Kosakenhemden. Wobei dieses sehr stark an moderne Tuniken erinnert. Ebenfalls typisch russisch was den Schnitt angeht, sind lange, ausladende Kleider mit sehr schmaler Taille. Der Schnitt an sich ist klar und streng. Die Aufsätze aber sind breite, üppige Borten und Rüschen, oft in der Lieblingsfarbe Gold. Stilbruch ist kein Wort, das in Russland erfunden wurde. Man kann dort gerne mutig unterschiedliche Materialien und Farben kombinieren.

Andere Bilder sieht man auf der Moskauer Modewoche. Nicht bei jedem Jungdesigner ist sofort ersichtlich, in welchem Land die Modenschau stattfindet. Bei manch anderen bleibt auch nicht der leiseste Zweifel. Erst die letzten Jahre orientiert sich die russische Mode immer mehr am Westen und entwickelt aus der Kombination der unterschiedlichen Einflüsse etwas Neues Eigenes. Noch sind die Ergebnisse sehr unterschiedlich, kein gemeinsamer Stil ist erkennbar auf den Laufstegen Russlands. Die aufstrebenden Jungdesigner sind sehr frei in der Wahl ihrer Vorbilder, was die Schauen sehr überraschend und inspirierend macht. Auffallend viele Frauen präsentieren dort ihre Kollektionen. Dies mag auch am stark traditionell bestimmten Rollenbild liegen. Einige verheißungsvolle Namen sind: Tatyana Parfionova, die Schmuckdesignerin Gulnara Karimowa,  Anastasia Z (sie setzt ganz auf gerade, strenge Linien) und Mascha Krawtsowa (ihre Kreationen sind fantasievoll, märchenhaft und leicht).